Was die Anzeige eigentlich misst
Hygrometer zeigen die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Relativ heißt: bezogen auf die Menge Wasser, die die Luft bei der aktuellen Temperatur aufnehmen kann. Wird es wärmer, sinkt der Prozentwert, auch wenn gleich viel Wasser in der Luft ist. Deshalb fällt die Luftfeuchtigkeit tagsüber unter den Strahlern oft ab und steigt nachts wieder an.
Hygrometer und Sensor richtig platzieren
- Auf Höhe der Aufenthaltsorte messen, nicht direkt am Lüftungsgitter.
- Nicht in den Sprühnebel oder unter die Beregnungsdüse setzen, sonst zeigt der Sensor kurzzeitig 100 %.
- Abstand zu Wärmestrahlern halten, dort ist die Luft trockener als im Rest des Beckens.
- In großen oder stark strukturierten Terrarien lohnen sich zwei Messpunkte.
- Analoge Hygrometer weichen oft deutlich ab, digitale Sensoren sind genauer.
Schwankungen gehören dazu
Nach dem Sprühen steigt die Luftfeuchtigkeit schnell und fällt dann langsam ab. Ein solcher Verlauf ist normal und bei vielen Arten sogar gewollt. Problematisch sind dauerhaft zu trockene Phasen oder stehende Nässe ohne Luftaustausch. Einige Arten brauchen zudem saisonale Trockenphasen, wie im Profil des Smaragdwarans zu sehen.
Luftfeuchtigkeit erhöhen
Sprühen per Hand
Einfach und für trockene Arten oft ausreichend, aber abhängig davon, dass jemand da ist.
Beregnungsanlage
Eine Pumpe verteilt über Düsen feinen Regen. Sie befeuchtet Pflanzen und Einrichtung und eignet sich besonders für Regenwaldterrarien. Wichtig ist ein funktionierender Ablauf, damit sich kein Wasser staut.
Nebler
Ultraschallnebler erzeugen kalten Nebel, der die Luftfeuchtigkeit schnell anhebt, ohne alles nass zu machen. Sie eignen sich gut für kurze Intervalle, etwa am Morgen oder in der Nacht.
Einrichtung
Feuchtes Bodensubstrat, lebende Pflanzen, eine Wasserschale oder eine feuchte Höhle halten Feuchtigkeit länger im Becken. Eine feuchte Höhle kann auch in trockenen Terrarien sinnvoll sein, wie beim Leopardgecko.
Luftfeuchtigkeit senken
- Lüftungsfläche vergrößern oder einen kleinen Lüfter ergänzen.
- Sprüh- und Beregnungsintervalle verkürzen.
- Wasserschale verkleinern oder weiter weg von der Wärmequelle stellen.
- Substrat austauschen, wenn es dauerhaft nass ist.
Zu wenig Luftaustausch fördert Schimmel und Staunässe. Hohe Luftfeuchtigkeit und gute Belüftung schließen sich nicht aus, sondern gehören zusammen.
Luftfeuchtigkeit automatisch steuern
Nebler und Beregnung lassen sich nach festen Intervallen schalten oder abhängig vom Messwert: Fällt die Luftfeuchtigkeit unter einen Zielwert, läuft der Nebler kurz an. Beides lässt sich kombinieren, etwa ein fester Regen am Morgen und zusätzliches Nebeln bei Bedarf. Wichtig ist dabei die Wechselwirkung mit der Temperatur: Wenn die Heizung läuft, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.
Wie sich Licht, Wärme und Feuchte gemeinsam regeln lassen, beschreibt die Seite Terrarium automatisieren. Der Terratronic C1 misst die Luftfeuchtigkeit über Funk-Sensoren und kann Nebler oder Beregnungspumpe über eine seiner Steckdosen schalten.